INF-Vertrag: Die Weltmächte spielen Russisch Roulette

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Wir brauchen eine starke Friedensbewegung gegen die neue atomare Hochrüstung

 

Berlin, 6.8.2019 – Das Ende des INF-Vertrages bewertet Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands:

 

Als „Irrsinn“ hat Willy Brandt die atomare Aufrüstung bezeichnet. Dieser Irrsinn konnte in den letzten drei Jahrzehnten gebremst werden. Ein wichtiger Baustein war dabei der INF-Vertrag zum Verbot der landgestützten Mittelstreckenraketen zwischen 500 und 5.500 Kilometern. Hinzu kamen Rüstungskontrollabkommen.

 

Seit dem 1. August 2019 gilt der INF-Vertrag nicht mehr und der Irrsinn ist wieder da. Eine neue Phase des Hochrüstens beginnt, die Weltmächte spielen wieder Russisch Roulette. Nun gefährdet neben dem Klimawandel auch die neue atomare Hochrüstung die Zukunft der Menschheit – und zwar mit neuen Raketensystemen, die noch schneller, zielgenauer und zerstörerischer sind. Unsere Zeit braucht wieder eine starke Friedensbewegung gegen die neue atomare Hochrüstung.

 

Statt international nach Gemeinsamkeiten zu suchen, haben die Hardliner das Sagen. In den USA will eine einflussreiche Gruppe um Präsident Donald Trump gar keine Kontrollen und Begrenzungen in der Rüstung. Ein entscheidender Aspekt dabei ist sicherlich der Aufstieg der Militärmacht China. Doch statt eine Erweiterung des INF-Vertrages anzustreben, holt Twitter-Präsident Donald Trump den Kalten Krieg zurück.

 

Die neue Hochrüstung zeigt auch das Versagen der westeuropäischen Staaten. Sie haben die Entwicklung schleifen lassen wie ein fünftes Rad am Wagen, nicht aber als gestaltende Kraft. Auch der deutsche Außenminister ist keine treibende Kraft. Es ist einfach zu wenig, nur sein Bedauern über das Ende des INF-Vertrages auszudrücken, ansonsten aber immer wieder zu bestätigen, dass Deutschland das unsinnige Zwei-Prozent-Ziel der NATO erfüllen wird.

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Atomenergie – der Treibstoff für die Bombe

IPPNW-Pressemitteilung vom 12. August 2019

ippnw
IPPNW-Information: Die Abhängigkeit von militärischer und ziviler Atomindustrie

Atomenergie – der Treibstoff für die Bombe

Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW warnt in einer neuen  Publikation vor der gefährlichen Rolle der zivilen Atomenergie in der atomaren Aufrüstung weltweit. Die Autor*innen beschreiben zum einen die steigende atomare Proliferationsgefahr im Nahen Osten und zum anderen das Risiko eines Einstiegs vormals ziviler Atomunternehmen wie URENCO in das lukrative Atomwaffengeschäft.

Nuklear ambitionierte Staaten wie Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, die Türkei oder der Iran stehen immer wieder im Verdacht, zivile Atomprogramme nur mit dem Ziel zu verfolgen, sich den Griff auf die Bombe zu ermöglichen. Dieser Verdacht scheint sich im Falle von Saudi-Arabien zu erhärten.

Das US-Energieministerium räumte gegenüber dem Kongress ein, US-Unternehmen sieben Ausfuhrgenehmigungen für den Verkauf sicherheitsrelevanter Nukleartechnologie erteilt zu haben. Laut dem Zwischenbericht des Vorsitzenden des Aufsichtsausschusses, Elijah E. Cummings, zeigen Dokumente, dass das US-Unternehmen IP3 die Trump-Administration dazu drängte, Saudi-Arabien nicht zu verpflichten, dem „Gold Standard“ zuzustimmen. Er stellt eine Verpflichtung dar, keine US-Atomtechnologie zur Herstellung von Atomwaffen einzusetzen. Beamte der Regierung Trump hätten wiederholt gefordert, den „Goldstandard“ in einem künftigen Abkommen mit Saudi-Arabien aufzugeben. In einem Interview mit Reuters hatte der saudi-arabische Kronprinz Mohammad bin Salman 2018 verkündet: „Wenn der Iran eine Atombombe besitzt, so werden wir so schnell wie möglich ebenfalls eine Atombombe entwickeln“. Saudi-Arabien will 2020 sein erstes Atomkraftwerk in Betrieb nehmen.

Besorgniserregend sind ebenfalls die jüngsten Entwicklungen des deutsch-niederländisch-britischen Konzerns URENCO. Der Konzern liefert 10 Prozent des angereicherten Urans für den Weltmarkt. Kürzlich verkündete URENCO, dass am US-Standort Eunice Uran nun auf 19,25 Prozent angereichert werden soll statt wie für die zivile Atomkraft notwendig auf lediglich 3-5 Prozent.

„Ist es Firmenpolitik der URENCO, jetzt angesichts des Niedergangs der zivilen Atomindustrie Schritt für Schritt in die militärische Nutzung einzusteigen?“ fragt Dr. med. Angelika Claußen, Europapräsidentin der IPPNW. „Die Erzeugung von Strom durch Atomkraft ist die wichtige Triebkraft für die Proliferation bzw. Verbreitung von Atomwaffen und radioaktivem Material“, bekräftigen die Energiexpert*innen Ben Wealer, Simon Bauer, Christian von Hirschhausen und Claudia Kemfert Ende Juli in einem Aufsatz für den DIW-Wochenbericht.

Ohne eine zivile Atomindustrie und die damit einhergehende nukleare Infrastruktur wären Atomwaffenprogramme aufgrund der hohen Kosten, Risiken und dem Bedarf an ausgebildetem Fachpersonal nicht mehr tragbar. Das Militär bedient sich in allen Atomwaffenstaaten in Form versteckter Quersubventionen aus Personalmitteln, Forschungsgeldern und der nuklearen Infrastruktur der zivilen Atomindustrie. Von 25 Staaten, die derzeit Atomreaktoren bauen oder dies offiziell vorhaben, besitzen 23 entweder Atomwaffen, besaßen diese oder haben zumindest Interesse an deren Entwicklung gezeigt. Führungspersönlichkeiten aus Politik und Industrie in den USA geben inzwischen offen zu, dass man auf die zivile Nutzung der Atomenergie angewiesen ist, um  Atomwaffen bauen zu können.

Fazit: Atomkraft ist zu teuer, zu gefährlich und keine Option für eine klimafreundliche Energieversorgung.

Die IPPNW-Information „Atomenergie – der Treibstoff für die Bombe“ finden Sie  unter https://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Atomwaffen/IPPNW-Information_Zivil-militaerische-Nutzung_2019.pdf

Den Zwischenbericht von Elijah E. Cummings können Sie herunterladen unter https://oversight.house.gov/news/press-releases/new-documents-show-corporate-and-foreign-interests-seek-to-influence-us-nuclear

DIW-Aufsatz „Zu teuer und gefährlich: Atomkraft ist keine Option für eine klimafreundliche Energieversorgung“ https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.670462.de/19-30.pdf

Kontakt: Angelika Wilmen, Pressesprecherin der IPPNW, Tel. 030-69 80 74-15, Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), Körtestr. 10, 10967 Berlin, Email: wilmen@ippnw.de, www.ippnw.de

16.08.2019 // Veranstaltung zur Militarisierung von Grenzen // Soirée d’informations sur la militarisation des frontières // Meeting on the militarization of borders // Aquarium

frieden

Wir liefern Fluchtursachen und die Grenzen gleich mit

*Veranstaltung zur Militarisierung der Festung Europa und wie europäische Rüstungskonzerne daran verdienen*

16.08.2019, 19 Uhr, Aquarium, Skalitzer Straße 6, 10999 Berlin

Über 70 Millionen Menschen befinden sich weltweit auf der Flucht – mehr als jemals zuvor. Die meisten von ihnen fliehen in benachbarte Länder, trotzdem werden Europas Außengrenzen weiter hochgerüstet. Davon profitieren europäische Rüstungskonzerne wie Rheinmetall, Atlas Elektronik oder Airbus, die ihre Militärtechnologie jetzt zur Migrationsabwehr vermarkten.

In unserer Veranstaltung diskutieren wir mit Nora Freitag und Harald Glöde von Borderline Europe und Matthias Monroy von der Zeitschrift CILIP über die aktuelle Situation an den EU-Außengrenzen und was dies für Geflüchtete bedeutet. Wir zeigen, wie Rüstungskonzerne von der Militarisierung der Grenzen profitieren. Mit euch zusammen möchten wir über Handlungsperspektive nachdenken.

Die Veranstaltung erfolgt im Rahmen der Kampagne „Rheinmetall Entwaffnen“. Wir möchten euch herzlich zum Camp gegen Rheinmetall vom 1. bis 9. September 2019 in Unterlüß einladen. Mehr Infos zum Camp und zur Kampagne findet ihr hier: https://rheinmetallentwaffnen.noblogs.org/

Die Veranstaltung findet in deutsch mit französischer und englischer Übersetzung statt. Die Räume des Aquariums sind rollstuhlgerecht.

Auf Facebook: https://www.facebook.com/events/400693590559378/

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Nous livrons des raisons de fuite et les frontières avec

Soirée d’informations sur la militarisation des frontières et le profit créé par les entreprises d’armement.

16.08.2019, 19:00 h, Aquarium, Skalitzer Straße 6, 10999 Berlin

Actuellement, plus de 70 millions de personnes sont en fuite dans le monde – un nombre plus grand que jamais auparavant. Les conflits armés se multiplient. Les frontières extérieures de l’Europe sont de plus en plus mortelles et insurmontables. Les entreprises d’armement comme Rheinmetall, Atlas Eletronik ou Airbus tirent profit de tout cela. Elles gagnent de l’argent grâce aux guerres et au fait que des personnes doivent fuir leur pays.

Lors de notre soirée d’informations, nous discuterons avec Nora Freitag et Harald Glöde de Borderline Europe et avec Matthias Monroy du journal CILIP de la situation actuelle aux frontières extérieures de l’UE et des répercussions sur la situation des personnes en fuite. Nous donnerons des exemples sur la manière dont les entreprises d’armement profitent de la militarisation des frontières. Nous voudrions réfléchir ensemble, avec vous, à des perspectives d’action.

Cette soirée d’informations se déroule dans le cadre de la campagne „Rheinmetall Entwaffnen“ („Désarmer Rheinmetall“). Nous souhaiterions vous informer sur notre campagne et vous inviter chaleureusement à venir à notre camp d’été contre Rheinmetall qui se tiendra à Unterlüß du 1er au 09/09. Vous trouverez plus d’informations sur notre camp d’été et notre campagne, ici : https://rheinmetallentwaffnen.noblogs.org/ (juste en allemand)

La soirée d’informations se fera en allemand avec une traduction vers le français et l’anglais. Les salles de l’Aquarium sont accessibles aux fauteuils roulants.

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We deliver both the causes of migration and the borders!

Meeting on the militarization of borders and profitmaking by arms companies.

16th August 2019, 7 pm, Skalitzer Straße 6, 10999 Berlin

Worldwide there are more than 70 million refugees – more than ever before. The amount of armed conflict in the world is increasing. Europe’s external borders are getting ever more deadly and difficult to cross. Arms companies like Rheinmetall, Atlas Eletronik and Airbus profit from all of this. They earn money from war and from migration.

In our meeting we are going to talk to Nora Freitag and Harald Glöde from Borderline Europe and Matthias Monroy from the journal CILIP about the current situation on the EU’s external borders and the effect of this situation on refugees. We will provide examples how arms companies profit from the militarization of borders. We would like to discuss with you the possibilities for action.

The meeting is taking place in the context of our campaign “Disarm Rheinmetall“. Wir would like to inform you about our campaign and invite you to our protest camp against Rheinmall in Unterlüß from the 1st to the 9th of September. You can find more information on the camp and the campaign here: https://rheinmetallentwaffnen.noblogs.org/material/ (scroll down).

The meeting will take place in German with French and English translation. The room at Aquarium is barrier-free.

Erklärung der NaturwissenschaftlerInnen-Initiative zum 74. Jahrestag des Atombombenabwurfes auf Hiroshima

frieden

Der 74. Jahrestag der verbrecherischen und verheerenden Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki ist Anlass, die Kernaussage zu erneuern: Entweder die Menschheit schafft die Atombombe ab oder die Atombombe die Menschheit.

Wenige Tage nachdem der INF-Vertrag zur Abrüstung von Mittelstreckenraketen beendet wurde, wird das nukleare Wettrüsten verschärft.  Es geht um milliardenteure Modernisierungsprogramme in allen Atomwaffenstaaten, die Entwicklung neuer (Mini-)Atomwaffen in den USA und die vielfältigen Gefahren der weiteren Verbreitung von Atomwaffen, angeheizt durch Spekulationen über Atomwaffenprogramme Irans und Saudi Arabiens.

Daher fordert die NaturwissenschaftlerInnen-Initiative:

  • Verhandlungen über eine Nuklearwaffenkonvention zur Abschaffung aller Atomwaffen und als ersten Schritt die Unterzeichnung des Vertrages zum Verbot von Atomwaffen auch durch die Bundesregierung.

Die Aussage der Bundesregierung für eine Welt ohne Atomwaffen – zuletzt erneuert durch den Außenminister Maas – ist unglaubwürdig und dient der Weißwaschung eigener Aufrüstungspolitik solange die Bundesregierung

  • nicht den Abzug der US-Atomwaffen aus Büchel fordert und das entsprechende Abkommen mit der US-Regierung kündigt;
  • die nukleare Teilhabe nicht sofort beendet, stattdessen sogar neue Flugzeuge für diese völkerrechtswidrige Teilhabe an Atomwaffen beschaffen will;
  • den Ersteinsatz von Atomwaffen in der NATO-Doktrin nicht beenden will;
  • sich weiter gegen den UN-Vertrag zum Atomwaffenverbot ausspricht;
  • nicht ausschließt, gemeinsam mit der französischen Regierung perspektivisch über eine europäische Atombombe (mit) zu verfügen.

Wir sagen: Nukleare Abrüstung sieht anders aus! Wir fordern eine eigenständige Politik zur Abrüstung und Abschaffung aller Atomwaffen durch

  • den Verzicht auf die nukleare Teilhabe und die Unterzeichnung des Atomwaffenverbotsvertrages;
  • das Einbringen einer Resolution in die Vereinten Nationen, die alle Atomwaffenstaaten auffordert, auf die atomare Modernisierung zu verzichten und das Geld für die Realisierung der globalen Nachhaltigkeitsziele zur Verfügung zu stellen.

Die NaturwissenschaftlerInnen-Initiative wird sich in diesem Sinne gemeinsam mit allen Initiativen und Organisationen weiterhin aktiv und konkret für eine Welt ohne Atomwaffen einsetzen. Unser Ziel bleibt: Zum 75. Jahrestag von Hiroshima und Nagasaki 2020 müssen die Verhandlungen über eine Nuklearwaffenkonvention beginnen, die alle Atomwaffen verbietet und abschafft.

 

Kein Krieg gegen den Iran

frieden

30.07.2019

Mit größter Sorge verfolgt die Kooperation für den Frieden, ein Zusammenschluss von Friedensorganisationen und Initiativen, die Diskussion um die Beteiligung der Bundeswehr an einer militärischen Mission in der Straße von Hormus, die sich Oman und Iran als Hoheitsgewässer teilen. Die Kooperation fordert die Bundesregierung mit Nachdruck dazu auf, diese Mission abzulehnen und stattdessen alles zu tun, um die drohende militärische Eskalation zu verhindern.

Die deutsche Beteiligung an einem Militäreinsatz zur Sicherung der Schifffahrt im Rahmen der EU oder anderer Bündnisse würde sicher nicht zu einer Beruhigung der Lage beitragen. Die Zuspitzung ist bereits in vollem Gange, wozu die Festsetzung des iranischen Tankers am 5.7.2019 vor Gibraltar mit zumindest fragwürdigen rechtlichen Grundlagen einen wesentlichen Beitrag leistete. Im schlimmsten Falle könnte die Bundeswehr in einen Krieg hineingezogen werden.

Es ist Zeit für Diplomatie, Gespräche und Zeichen der Deeskalation. Es ist dringend nötig, dass alle Seiten ihre Militärpräsenz im Persischen Golf sowie im Golf von Oman zurückfahren. Eine deutsche militärische Präsenz zur Sicherung freier Handelswege ist angesichts ihrer eskalierenden Wirkung, der fehlenden völkerrechtlichen Grundlage und grundsätzlich nicht akzeptabel.

Ein Krieg gegen den Iran würde nicht nur für die iranische Bevölkerung verhängnisvoll sein und abertausende menschliche Opfer bringen. Er ist geeignet, die gesamte Region des Mittleren und Nahen Ostens für einen längeren Zeitraum ins Chaos zu stürzen. Ein solcher Krieg hätte darüber hinaus schwerwiegende Folgen für Europa und den Frieden in der Welt.

Die Bundesregierung muss klar und unmissverständlich erklären, dass Deutschland sich an einem Krieg gegen den Iran nicht beteiligen und den USA untersagen wird, ihre militärischen Einrichtungen auf deutschem Boden (u.a. diverse militärische Hauptquartiere in Ramstein-Miesbach und das Europäische Kommando der USA in Stuttgart-Vaihingen) im Falle eines solchen Krieges zu nutzen.

Die Kooperation für den Frieden ruft alle um den Frieden besorgten Menschen auf, sich mit diesen Forderungen an den Aktionen zum Hiroshima- und Nagasaki-Gedenken und dem Antikriegstag am 1. September zu beteiligen. Unterschreibt und bewerbt den Appell an Bundesregierung und MdB „Kein Krieg gegen Iran – Verhandeln statt eskalieren!“ (https://www.friedenskooperative.de/kein-krieg-gegen-iran).

Philipp Ingenleuf, Wiltrud Roesch-Metzler und Jens-Peter Steffen
Sprecher*innen der Kooperation für den Frieden

Kein atomares Wettrüsten – Urananreicherung sofort beenden – auch in Gronau

frieden

Am 4. August 2019 findet an der Gronauer Urananreicherungsanage (UAA) eine friedenspolitische Kundgebung statt (13 Uhr, vor dem Sonntagsspaziergang, der immer am ersten Sonntag im Monat an der UAA Gronau stattfindet). Veranstalter ist das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, weitere Initiativen und Verbände rufen ebenfalls zur Teinahme auf.

Den Aufruf zur Teinahme mit weiteren Infos findet Ihr unter

https://bbu-online.de (dort unter Aktuelles)

oder unter diesem Direktlink:

https://bbu-online.de/Aktuelles/Aufruf%20PDF%20UAA-Kundgebung%204.8.19.pdf

Bitte ausdrucken und verbreiten, auf eigenen Internetseiten verlinken etc.

Auch über Facebook kann die Kundgebung beworben werden:

https://www.facebook.com/OstermarschGronau2019/

Weitere Aufruf-Unterstützungserklärungen von Anti-Atomkraft-Initiativen, Friedensgruppen, Parteigliederungen, Ökofirmen etc. können mir formlos mitgeteit werden.

Zur (über)örtlichen Mobilisierung wäre es gut, wenn ein bunter Mix verschiedener Gruppierungen aus Gronau, aus dem Münsterland, aus dem Weser-Ems-Gebiet, aus Overijssel und aus anderen Regionen den Aufruf unterschreiben und auch aktiv für die Kundgebung mobilisieren würde. Bitte denkt an Fahnen und Transparente. Für das leibliche Wohl wird die VolXKüche Schüttorf sorgen.

 

Bitte plant in euren Orten frühzeitig die Anreise, verbreitet Hinweise zur Bildung von Fahrgemeinschaften und teilt auch uns mit, wie Ihr anreist, damit wir Euch ggf. mit anderen Aktiven in eurer Region vernetzen können. Und: Um auch Bahnreisenden die Anfahrt bestmöglich zu ereichtern, setzen wir vom Gronauer Bahnhof einen Sonderbus zur Urananreicherungsanlage ein.

 

Ankunft der Züge aus Richtung …

 

Münster / Steinfurt: 12.05 Uhr

Dortmund / Dülmen / Coesfeld / Ahaus: 12.33 Uhr

Enschede / NL: 12.43 Uhr

 

Abfahrt des Sonderbusses vom Gronauer Busbahnhof zur UAA: 12.45 Uhr

 

Sicherheitskonzept der Atomwaffen-Bundeswehr-Militärbasis Büchel gescheitert! US-Atomwaffen müssen sofort abgezogen werden!

Pressemitteilung

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Zum zweiten Mal drangen heute (10. Juli) – diesmal am Nachmittag – drei
US-AmerikanerInnen und eine Niederländerin (Susan Crane 75
J./Kalifornien, Ralph Hutchinson 62 J./Tennessee, Andrew Lanier 26
J./Kalifornien und Magriet Bos 32 J./Amsterdam) in den Eifler
„Fliegerhorst Büchel“ ein. Dort liegen in Deutschland die letzten ca. 20
US-Atombomben, die in den kommenden Jahren für viele Milliarden Euro
durch neu entwickelte Atombomben ausgetauscht werden sollen. Im Rahmen
der nuklearen Teilhabe der NATO müssten Bundeswehr-Piloten diese auf
Befehl des US-Präsidenten Trump einsetzen.

Die FriedensaktivistInnen schnitten mit einfachen
Baumarkt-Bölzchenschneidern (15,99 Euro) den neuen Sicherheitszaun,
sowie den dahinterliegenden alten Militärzaun auf, ließen sich mit ihren
Transparenten fotografieren und wanderten gemütlich entlang des Zaunes
und den Abhang hoch. Oben angekommen ließen sie sich wiederholt mit
Transparenten ablichten, ohne dass das Militär sie wahrnahm. Vier
weitere schmückten Militärzaun und angrenzenden Radweg mit Plakaten und
Sprühkreide.

Zum dritten Mal in aufeinanderfolgenden Jahren kamen zur Internationalen
Woche – während der 20-wöchigen Bücheler Aktionspräsenz – über 10
AktivistInnen aus den USA und weitere aus den Niederlanden, England und
anderen Ländern. Diese wird von der Gewaltfreien Aktion Atomwaffen
abschaffen (GAAA) und NUKEWATCH organisiert. Über 60 mal drangen
Menschen wiederholt in den Atomwaffen-Stützpunkt ein. Sie setzten sich
dabei mehrfach auf die Kampfjet-Hangars, in denen sich auch
Schutzbehälter und die Atomwaffen befinden.

Dieser politische Skandal führte zur öffentlichen Kritik am
Sicherheitskonzept der Militärbasis, woraufhin aktuell ein neuer
Sicherheitszaun für 18 Millionen Euro gebaut wird. Dieser Zaun wird erst
2021 vollständig fertig gestellt sein. „Soldaten und neue private
Sicherheitskräfte, sowie die Polizei bewachen in diesem Jahr die Basis
aufs Schärfste“, sagt Marion Küpker, Sprecherin der aus 68
Organisationen bestehenden bundesweiten Kampagne „Büchel ist überall!
atomwaffenfrei.jetzt!“.

Militärangehörige erklärten mehrfach, dass dieses Jahr ein Eindringen
mit einer gewaltfreien Aktion des Zivilen Ungehorsams (Go-In) nicht
möglich wäre, und es höchste Anweisungen gebe, dieses unter allen
Umständen zu verhindern. „Die aktuelle Go-In Aktion belegt, dass das
derzeitige Sicherheitskonzept gescheitert ist und diese illegalen Waffen
sofort abgezogen werden müssen. Auch auf der belgischen
Atomwaffen-Militärbasis „Kleine Brogel“, die genauso wie die Niederlande
und Italien unzureichende Sicherheitsmaßnahmen (Zäune) besitzen, drangen
aus Protest im Januar 2019 Europaabgeordnete ein. Ein Abzug dieser
US-Atomwaffen muss in allen europäischen Staaten sofort durchgeführt
werden, nicht nur aus völkerrechtlichen Gründen, auch aufgrund dieser
katastrophalen Sicherheitssituation“, bekräftigt Marion Küpker ihre
Aussage. John LaForge von der US-Organisation Nukewatch sagt: „Genauso,
wie die nukleare Abschreckung eine Illusion ist, [wie die vielen
Vorfälle auf der Webseite http://www.atomkriegausversehen.de belegen], ist es
auch nicht möglich, Atomwaffen sicher zu lagern.“

Ralph Hutchinson, der gegen die nukleare Atomsprengkopfanlage Y12 in
Oakridge/Tennessee arbeitet, sagt: „Auch in den USA gibt es diese
Skandale: So gelangte z.B. die 82 jährige Nonne (Schwester Megan Rice)
im Jahr 2012 in den dortigen Hochsicherheitsbereich“. Die Aktiven der
Internationalen Woche verbindet, dass wir diese nukleare Teilhabe der
NATO nicht wollen, die derzeit in Italien, Belgien, den Niederlanden und
Deutschland besteht. Diese Atombomben müssen an die USA zur Abrüstung in
die Pantex-Anlage in Texas zurückgeschickt werden. Auch darf keine neue
Atombombengeneration gebaut werden (Prototyp wurde 2018 fertiggestellt),
wogegen sich die US-AktivstInnen, die überwiegend aus der Catholic
Worker Bewegung kommen, bei sich Zuhause einsetzen.

Die „Aktiven für eine atomwaffenfreie Welt“ wurden heute aus dem
Polizeigewahrsam entlassen, nachdem sie die Nacht in Einzelzellen
verbrachten. Sie stehen für Interviews zur Verfügung.

Handy: 0172 771 32 66, Marion Küpker

Bilder können benutzt werden, Quelle: Büchel Atomwaffen abschaffen
http://www.buechel-atombombenfrei.de